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VERANSTALTUNGSORT

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Die “Serenaden im Museum“ finden seit 1949 in der Minoritenkirche im Historischen Museum in Regensburg, Dachauplatz 4, statt.
Zu Beginn waren es vielleicht 20 Freunde und Bekannte von Dr.Walter Boll, die sich in der gerade vom Schutt befreiten Onophriuskapelle zum ersten Streichquartett am 13. Juli 1949 zusammenfanden.


 

Bald schon wurde auch der Garten des Kreuzganges soweit entrümpelt, dass man die Musik unter freiem Himmel unter Rosen und Bäumen genießen konnte. Da saß man nach den Konzerten oft und lange bis tief in die Nacht oder auch bis zum Morgengrauen bei „ Kalter Ente“ und eilig am Bahnhof beschaffter Semmeln. Das Bedürfnis nach Kultur und Geselligkeit war nach dem Krieg sehr groß.

3 Jahre später, 1952, wurde die säkularisierte Minoritenkirche – im Krieg eine Kleidersammelstelle mit Bergen von Schuhen, 1944 von einer Fliegerbombe getroffen, später Flüchtlingslager, eine bizarre Szene aus Schutt, Balken und Schuhen – von allem Gerümpel befreit, bekam ein neues Dach und alte Grab- und Lithoplatten als Fußboden und konnte nach mühseliger Restaurierung für Konzerte und Veranstaltungen genutzt werden.

Man hatte nun die Möglichkeit, bei lauem Sommerwetter den Garten zu genießen. Bei unfreundlicher Witterung ging man anfangs in die Onophriuskapelle, später in die “große Sakristei” und in die anschließenden Räume der heutigen Römerabteilung , als der Kreis größer wurde oder wenn Oratorien aufgeführt wurden, in die Minoritenkirche.

Während der Konzertpause spielte Eberhard Kraus dort die Orgel. Heute sind alle Räumlichkeiten wunderbar restauriert , der Garten wird in den Pausen und nach den Konzerten genutzt.

Es gab eine doppelte Bestuhlung, die es ermöglichte, kurzfristig umzudisponieren. Trotz des erheblichen Aufwandes und Risikos bemühten sich die Veranstalter, wenigstens ein oder zweimal in der Saison Serenaden unter freiem Himmel zu ermöglichen. Erfahrene Abonnenten kamen immer mit einem Kissen oder einem „Wolldeckerl“ unter dem Arm. Die Ungewissheit „ob wir heute drinnen oder draussen spielen“ erhöhte den Reiz. Die Entscheidung wurde oft erst kurz vor dem Konzert getroffen und löste Freude, Bedauern und tröstliche Gefühle aus, boten doch Minoritenkirche und Kreuzgarten eine jeweils bezaubernde Atmosphäre bei Kerzenlicht und sparsamer Beleuchtung.

Seit 2006 gibt es Probleme mit der neuen Versammlungsstättenverordnung, insbesondere mit den Fluchtwegen. Danach ist der Kreuzgarten für Veranstaltungen mit mehr als 200 Besuchern nicht geeignet. Bis auf weiteres ist daher der Garten für Serenaden unter freiem Himmel nicht mehr verfügbar, alle Konzerte finden in der Minoritenkirche statt. Aber auch hier liegt keine klassische „Versammlungsstätte“ vor. Veranstaltungen in historischen Räumen laufen nur über Sondergenehmigung. Die Zahl der Besucher wurde 2008 auf max. 400 Personen festgelegt.
Sollten durch - heute noch nicht absehbare - Umbaumaßnahmen neue Fluchtwege geschaffen werden, oder sollte die Zahl der Besucher eines Tages unter 200 sinken, so sind auch wieder Serenaden unter freien Himmel denkbar.