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HISTORIE DER SERENADEN

Historischer Rückblick bis zu den Anfängen 1949.

Am 20.Oktober 1944, bei einem Fliegerangriff, zerstörte eine Bombe das Dach des Hauptschiffes
der Minoritenkirche. Bald nach Kriegsende wurden die Kirche und der ebenfalls zerstörte Kreuzgang
mit bescheidenen Mitteln einigermassen wiederhergestellt.


 
Im Februar 1949 konnten der Direktor des Museums,
Herr Dr. Walter Boll, zusammen mit dem bayerischen Kultusminister Alois Hundhammer, das Museum als eines der ersten in Deutschland nach dem Krieg - und noch dazu eine Neugründung - der Öffentlichkeit übergeben.

Bei diesen Feierlichkeiten wurde bereits darüber diskutiert, den Reichtum einheimischer Werke der
Kunst- und Kulturgeschichte mit Musik im Museum zu bereichern.

Dr. Boll ergriff die Initiative, lud die Förderer und Sponsoren ein und bereits am 13.Juli 1949 fand die
erste Serenade in den notdürftig restaurierten Räumen des Museums statt. Es war ein kleiner
Freundeskreis um Dr. Boll, der bei Kerzenlicht die erste Serenade genoss.

Das Erleben bildender Kunst sollte durch Musik erweitert und beflügelt werden, die Musik als
Bindeglied kulturell bewusster Menschen in freundschaftlicher, gesellschaftlicher Atmosphäre.
1952 erhielt die Minoritenkirche ein neues Dach und konnte für grössere Veranstaltungen
miteinbezogen werden.

Direktor Ernst Heim, Grosshandelskaufmann und selbst aktiver Kammermusiker, organisierte in den ersten Jahren die Konzerte.
Er übergab vor seinem Umzug nach München die Leitung an Dr. Ernst Schwarzmaier, Musikpädagoge am Albrecht Altdorfer (damals noch Neuen ) Gymnasium und Gründer des 1937 entstandenen Collegium Musicum.
Eine äusserst glückliche Wahl, denn Dr. Schwarzmaier belebte die Serenaden mit Fingerspitzengefühl und vollem Engagement und gab 42 Jahre lang den Veranstaltungen Profil und Niveau.

Mehrmals führte er mit seinem Collegium Musicum Oratorien auf und sorgte auch für Übertragungen im Bayerischen Rundfunk. Er verstarb 2000 im Alter von 95 Jahren.


 

Von Anfang an finanzierten sich die Serenaden aus eigener Kraft, am Anfang durch freiwillige Spenden in einen ausgelegten Teller, bald darauf aus festen Abonnements. Es wurden 4 bis 6 Konzerte pro Jahr geboten, anfangs mit Regensburger Künstlern und erst später dann auch mit auswärtigen Ensembles.

Dr. W. Boll wollte immer private Initiativen, keinen Verein, keine kommerziellen Veranstaltungen. Mitmachen war Ehrensache.

Im Februar 1985 feierten die Serenadenfreunde noch den 85. Geburtstag von Dr. Boll, im November des gleichen Jahres verstarb er unerwartet. Den Serenaden drohte das Ende, denn er hatte alles in der Hand, er war der "spiritus rector".

Seine " stillen Teilhaber" und Mitbürgen, die Unternehmer Georg Aumüller und Kurt Beisenherz wagten den Versuch einer Fortsetzung, zusammen mit dem Direktor des Museums, Herrn Dr. Wolfgang Pfeiffer, nachdem Dr. E. Schwarzmaier weiterhin die musikalische Ausrichtung versprochen hatte.

1988, nach dem Tod von Dr. W. Pfeiffer, wurde Herr Dr. Martin Angerer neuer Leiter des Museums und Mitveranstalter der Serenaden.
Seit März 2010 übernahm Dr. Peter Germann-Bauer diese Aufgaben.
Auf Vorschlag von Georg Aumüller, der 1952 von Dr. Boll als "Mitbürge" berufen worden war, der all die Jahre die finanzielle Abwicklung in Händen hatte und seit 1985 aktiv mitorganisiert hatte, trat Frau Sabine Rappel MA, Kunsthistorikerin, im Jahr 2002 in seine Nachfolge.
Georg Aumüller verstarb am 24.03.2012.
 

 
Die Ausrichtung heute orientiert sich immer noch an alten, bewährten Traditionen. Junge Ensembles und Talente werden gefördert, mit wenigen Ausnahmen keine teuren Stars, aber Qualität und Niveau, ein breites Spektrum von der Renaissance bis zur Zeitgenössischen Musik.
Den Schwerpunkt bildet die Serenadenmusik, aber mit Ausnahmen, sozusagen zur Würze, auch mal heitere, unterhaltende, lockere Darbietungen.
Ein besonderes Erlebnis und Charakteristikum der Serenaden war die Musik unter freiem Himmel im Kreuzgarten, bei Amsel- und Schwalbenassistenz unter blühenden Rosen.

Die gotische Minoritenkirche ist weit mehr als eine Schlechtwetterausweiche. Sparsames Kerzenlicht und eine aussergewöhnliche Akustik bieten eine ebenso einzigartige Atmosphäre und Alternative.

Lange Pausen dienen den gesellschaftlichen und geselligen Kontakten eines traditionsbewussten, treuen und aufgeschlossenen Publikums, der "Museumsfreunde".

1953 entwarf Jo Lindinger, Künstler, Bühnenbildner und Serenadenfreund der ersten Stunde, den Schriftzug der "Serenaden im Museum". Es wurde zu unserem Logo und wir lieben es bis heute.

Das kleine, kalte Buffet, das derzeit in der gotischen Onophriuskapelle während der Pause und nach dem Konzert geboten wird, hat ebenfalls eine lange Tradition. Franz Seidl , Mitarbeiter von Dr. Heim, hat es Anfang der 50er Jahre aufgebaut und jahrzehntelang betreut.
Nach seinem Tod 1991 ist seine Tochter Margot Trampusch - schon als junges Mädchen Mithelferin ihres Vaters - mit ihrem Mann Dieter in die Fussstapfen getreten und organisierte mit ihm und Freunden das kalte Buffet. 2016 wurde das Ehepaar Trampusch mit dem Helferteam geehrt und verabschiedet - mit herzlichem Dank - für jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement. Nach den Konzerten treffen sich Veranstalter, Freunde und Musikliebhaber zum Ausklang mit den Künstlern bei der berühmten Kalten Ente und genießen die Nacht im Museum, wenn möglich im Garten bei spärlicher Beleuchtung.

Die Serenaden haben ein festes Stammpublikum, die Mehrzahl der Karten wird daher im Abonnement gebucht. Jedes Jahr scheiden Abonnementen aus, neue können aufgenommen werden.
Der Vorverkauf hat in den letzten Jahren zugenommen, ebenso der Verkauf von Karten an der Abendkasse.
Seit einigen Jahren ist eine online Buchung von Vorverkaufskarten über www.okticket.de möglich.